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Kognitive Reflexion korreliert mit dem Verhalten auf Twitter

31/03/2021

Synthese eines wissenschaftlichen Artikels, die von der Fondation Descartes hergestellt wurde:

Mosleh, M., Pennycook, G., Arechar, A. A., & Rand, D. G. (2021). “Cognitive Reflection Correlates With Behavior On Twitter.” Nature Communications, 12(1), 1-10.

G. Pennycook und D. G. Rand haben in einer Reihe von experimentellen Studien gezeigt, dass Menschen, die in der Lage sind, ihre Intuitionen zu hemmen, wenn es darum geht, die Verlässlichkeit einer Information zu beurteilen, und die sich stattdessen auf eine eher „analytische“ Denkweise einlassen (die mehr Zeit und Aufmerksamkeit erfordert, mehr Informationen hier), anscheinend skeptischer gegenüber Fake News sind und weniger dazu neigen, sie online zu verbreiten.

Die vorliegende Studie erweitert diese Arbeit und, über die Beziehung zu Fake News hinaus, zeigt, dass sich eher „analytische“ Menschen anders als „intuitive“ Personen auf Twitter verhalten.

Die Autoren der Studie haben das Verhalten von 1901 Teilnehmern dieses sozialen Netzwerks beobachtet. Letztere hatten einen Fragebogen beantwortet, der es erlaubte, sie entweder einem analytischen oder einem intuitiven Denkstil zuzuordnen. Die Autoren haben herausgefunden, dass „analytische“ Teilnehmer weniger Konten auf Twitter als „intuitive“ Personen folgen. Sie interpretieren dieses Ergebnis als einen Hinweis darauf, dass Erstere eine Urteilsfähigkeit beweisen, wenn es um Informationen geht: Indem sie weniger Konten folgen, sind sie weniger Informationen ausgesetzt, haben aber mehr Kontrolle über die Informationen, denen sie ausgesetzt sind. Die Identität der gefolgten Konten variiert auch je nach Denkstil der Individuen, was es erlaubt, zwei „Gemeinschaften“ auf Twitter zu unterscheiden: Das Netzwerk von Konten, die von eher „analytischen“ Personen gefolgt werden, und das von Konten, die von eher „intuitiven“ Personen gefolgt werden. Die Autoren beschreiben dieses Phänomen als das Aufkommen einer „kognitiven Echokammer“. „Analytische“ Personen würden also mehr dazu neigen, über Politik zu diskutieren und Informationen von zuverlässigen Medienseiten (bewertet von Faktencheck-Organismen) zu folgen und zu teilen, als „intuitive“ Menschen. Die Autoren schließen ihren Artikel mit der Wichtigkeit, die Fähigkeit des Menschen zum analytischen Denken zu stärken. Das analytische Denken ermöglicht nämlich eine bessere Beurteilung der Qualität eines Mediums und trägt dazu bei, die Qualität der online kursierenden Informationen zu erhöhen.

Land :  Vereinigte Staaten 
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Sprachen :  Englisch 
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