Fünfzig Jahre nach der spektakulären Leistung der Mission Apollo XI denken 9 % der Franzosen, dass die Amerikaner in Wirklichkeit niemals auf dem Mond waren und die NASA falsche Bilder von der Operation angefertigt hat. Die amerikanische Regierung hätte also die Existenz und den Erfolg dieser Weltraummission vorgetäuscht, wahrscheinlich mit dem Ziel, ihre sowjetische Rivalin zu beeindrucken.
Diese Theorie einer „Mondverschwörung“, oder eines Moon Hoax, nimmt in den USA während der ersten Hälfte der 1970er Jahre Gestalt an, mitten im Kontext wachsenden Misstrauens der amerikanischen Bevölkerung gegenüber ihrer Regierung (Vietnamkrieg, Watergate ...).
Zu Beginn der 2000er Jahre belebt die Entwicklung des Internets den Moon Hoax wieder neu. Internetnutzer beginnen, Tausende von Bildern des Ereignisses zu analysieren, in der Hoffnung, etwas zu entdecken, das eine Anomalie als Beweis für den Betrug darstellen könnte. Andere suchen und sammeln Argumente gegen die technische Machbarkeit dieser Operation, bis hin zur Verzerrung wissenschaftlicher Erkenntnisse, um zu bestätigen, dass es für die Menschen unmöglich ist, den Mond zu erreichen.
Der Moon Hoax beruht somit wie alle Verschwörungstheorien auf einer Anhäufung verschiedenartiger, mehr oder weniger sonderbarer Argumente, die sich übrigens untereinander sehr wohl widersprechen können, ohne dass dies ein Problem darstellt. Ein solcher „argumentativer Blätterteig“, wie ihn der Soziologe Gérald Bronner nennt, dient einzig dem Ziel, Zweifel hinsichtlich der „offiziellen“ Version eines bestimmten Ereignisses zu säen.
Die Existenz verschwörungstheoretischer Erzählungen aller Art stellt keine historische Neuheit dar. Jedoch treffen diese Theorien heute auf eine nie da gewesene öffentliche Resonanz. Wie ist es erklärbar, dass gebildete und informierte Bürger in erstaunlichem Umfang Theorien zustimmen können, die zum Beispiel behaupten, dass unsere politischen Führer sich zum Nachteil der restlichen Menschheit mit Außerirdischen verschwören, oder dass sie uns belügen in Bezug darauf, dass wir auf dem Mond waren?
Selbstverständlich wirken nicht alle Verschwörungstheorien von vornherein so absurd wie diese beiden Beispiele. Tatsache ist jedoch, dass die konspirationistischen Erzählungen immer in einer übermäßigen Vereinfachung der Logiken bestehen, die das Funktionieren unserer Gesellschaften sowie die Verkettung historischer Ereignisse regieren.
Denn die Urheber der Verschwörungstheorien erklären die Phänomene, mit denen sie sich befassen, auf manichäische und monokausale Weise – was ein Gefühl hervorruft, dass eine beunruhigende, aber eindeutige Realität enthüllt wird, die uns verheimlicht worden wäre.
Beispielsweise entspringen bestimmten Verschwörungsanhängern zufolge alle Leiden der Menschheit aus einer einzigen Quelle: den Illuminaten. In den Kulissen der globalen Politik- und Mediensphären lauernd, wären sie in Wirklichkeit die echten Machtinhaber und würden aus eigenem Interesse heraus den Bevölkerungen schaden. Ähnliche Erzählungen haben als machiavellistische Akteure die Freimaurer, die Juden oder auch außerirdische humanoide Reptilien.
Muss man nicht vollkommen irrational sein, um solchen bis zur Karikatur manichäischen und vereinfachenden Theorien in die Falle zu gehen? In Wirklichkeit beruht die Zustimmung zu Verschwörungstheorien zumindest zum Teil auf den Gründen, daran zu glauben. Tatsächlich weisen die meisten Verschwörungstheorien wie bereits erwähnt eine umfangreiche Argumentation auf.
Die Beweisführungen der Konspirationisten halten einer ernsthaften Analyse selbstverständlich nicht stand. Sie besitzen jedoch eine gewisse Überzeugungskraft, besonders dadurch, dass sie ein breites Spektrum an menschlichen kognitiven Verzerrungen ausnutzen. Jene zum Beispiel, die uns hinter jedem Ereignis die Auswirkung einer Absichtlichkeit sehen lässt, oder jene, die uns dazu führt, auf einen Kausalzusammenhang zwischen zwei gleichzeitigen Phänomenen zu schließen – das berühmte „So ein Zufall!“ der Verschwörungstheoretiker.
Außerdem haben Forscher betont, dass bestimmte Verschwörungstheorien wie echte politische Diskurse aus der Feder von „Verschwörungsunternehmern“ funktionieren, darunter extremistische Politiker. Indem sie einen Feind benennen und alle Mittel zu dessen Bekämpfung für rechtmäßig erklären, dienen diese Verschwörungstheorien als Mobilisierungsinstrumente für jene, die sich als „schwache Akteure des politischen Spiels“ wahrnehmen.
Verschwörungstheoretische politische Diskurse eignen sich besonders dafür, Personen zu begeistern, die sich sozial in einer prekären oder bedrohlichen Lage fühlen. Letztere können darin nämlich ein Interpretationsraster für die Welt erkennen, die ihrer Situation einen Sinn verleiht und den Ungerechtigkeiten, deren Opfer sie – zu Recht oder zu Unrecht – zu sein meinen, eine eindeutige Ursache zuweist.
Dies veranschaulicht eine Studie, die 2012 in benachteiligten Stadtteilen von Brüssel durchgeführt wurde: Die dort lebenden jugendlichen Einwanderer oder Nachkommen von marokkanischen und subsaharisch-afrikanischen Einwanderern schließen sich massenweise einer Lesart der Welt an, die von Verschwörungsthesen genährt wird. Darin arbeiten „Mächtige“ im Dunkeln daran, die Einwanderer in den westlichen Ländern zu stigmatisieren, einschließlich der Organisation von Anschlägen auf ihrem eigenen Gebiet, um sie ihnen dann zuzuschreiben.
Mit dieser verschwörerischen Sicht der Welt „[...] geben diese Jugendlichen der Vergangenheit (das Stillschweigen um die Kolonialgeschichte und die Migrationsgeschichten) ebenso wie ihrem Empfinden der Fremdenfeindlichkeit und den heutigen Diskriminierungen einen Sinn“.
Eine ergänzende Herangehensweise an den Konspirationismus ist, ihn als „stigmatisiertes Wissen“ zu beschreiben. Denn die Verschwörungstheorien bieten Darstellungen der Welt an, die darauf abzielen, diese verständlich zu machen. Jedoch werden diese Diskurse nicht als realitätskonform von den „validierenden Institutionen“ anerkannt, die besonders von den Medien und den wissenschaftlichen und akademischen Gemeinschaften gebildet werden. Aus diesem Grund werden sie belächelt oder gar stigmatisiert. Anstatt sie fallen zu lassen, behaupten ihre Anhänger, dass diese Validierungsinstitutionen in Wirklichkeit an der Verschwörung beteiligt sind.
Bis vor Kurzem gelang es den meisten Verschwörungstheorien kaum, über bestimmte Ränder der Gesellschaft hinaus auszustrahlen. Denn die fehlende institutionalisierte Validierung verwehrte ihnen den Zutritt zu den traditionellen Medienkanälen. Michael Barkun zufolge haben sich die Dinge jedoch seit dem Einzug des Internets in den meisten Haushalten radikal verändert.
Der amerikanische Politikwissenschaftler zieht zwei zusätzliche Faktoren in Betracht, die seit den neunziger Jahren dazu beigetragen hätten, die Verschwörungstheorien zu immer weniger stigmatisiertem Wissen zu machen: die Herausbildung eines allgemein verbreiteten Gefühls des Misstrauens gegenüber den politischen und wissenschaftlichen sowie den Medieneliten und die zunehmende Präsenz des Verschwörungsthemas in der Volkskultur.
Zahlreiche andere Forscher weisen ebenfalls auf die Bedeutung des heutigen Vertrauensdefizits gegenüber den Eliten hin, um den gegenwärtigen Erfolg von Verschwörungstheorien zu erklären. Ein solches chronisches Misstrauen erzeuge einen Zustand der Verunsicherung in der Bevölkerung. Ein Teil davon versuche sich damit zu beruhigen, auf diverse Strategien zurückzugreifen, die die Komplexität der Welt vereinfachen. Eine dieser Strategien bestünde darin, sich Verschwörungstheorien zuzuwenden, die wie bereits gesagt so beschaffen sind, dass sie einfache und eindeutige Erklärungen für die in Wirklichkeit komplexen Ereignisse liefern, auf die sie sich beziehen.
Die Herausbildung einer Volkskultur, welche die Codes des Konspirationismus einsetzt (TV-Serien, Filme, Romane), hätte ihrerseits beigetragen zur „Aushöhlung dessen, was zuvor eine klare und feste Grenze zwischen dem marginalen und dem vorherrschenden Diskurs war“ (Barkun).
Diese Hypothese wird von einer Feldstudie mit französischen Gymnasiasten bekräftigt. Ihr zufolge greifen die Jugendlichen „auf Referenzen aus zeitgenössischen fiktiven Werken [...] zurück, um dem Zweifel zu begegnen, der hervorgerufen wird durch das, was ihnen als „inkohärent“, „seltsam“ oder „nicht wahr“ an den Informationen erscheint, mit denen sie nach den Attentaten [2015 und 2016] konfrontiert worden sind.“
Wenn die Forschung auch Fortschritte in der Frage nach den möglichen Ursachen für den Erfolg der Verschwörungsthesen verzeichnet, verhält es sich anders mit dem Profil der Anhänger dieser Theorien. Die sozialen Eigenschaften der Verschwörungsanhänger bleiben tatsächlich auf überraschende Weise verschwommen – außer dass es sich eher um Jugendliche sowie Extremwähler handeln soll.
Dies rührt wahrscheinlich daher, dass die verschiedenen Verschwörungstheorien im Allgemeinen als ein homogenes Gebilde von Überzeugungen untersucht werden, denen sich eine Person mit Verschwörungsmentalität beliebig anschließen könnte. Diese vermeintliche Homogenität der Verschwörungstheorien scheint jedoch verfehlt zu sein.
Zusammen mit meinen Kollegen zeigen wir in einer bald erscheinenden Studie, dass tatsächlich unterschiedliche Gruppen von Verschwörungstheorien existieren, die offensichtlich nicht dieselben Personen interessieren. Es ist also kaum überraschend, wenn das typische soziologische Profil der Verschwörungsanhänger nicht festzustellen ist, da es eben nicht nur eins, sondern mehrere verschiedene Profile gibt, von denen jedes einer spezifischen Gruppe von Verschwörungstheorien entspricht.
Auf ein Denkmal in Washington projizierte Nachbildung von Saturn V. Am 16. Juli 1969 startete diese Rakete für die Mondmission Apollo XI. Andrew Caballero-Reynolds/AFP
Die Gründe für den Erfolg der Verschwörungstheorien besser zu verstehen und die ihnen am ehesten erliegenden Bevölkerungsgruppen zu bestimmen, sind wichtige Ziele. Denn wenn manche konspirative Erzählungen recht harmlos erscheinen, wie der Moon Hoax, können andere eine Form von Gefahr darstellen.
Zum Beispiel gaben 17 % der befragten Franzosen bei einer Ifop-Umfrage 2018 an, mit der Aussage „Das Gesundheitsministerium steckt unter einer Decke mit der Pharmazieindustrie, um die Realität über die Schädlichkeit der Impfungen vor der breiten Öffentlichkeit zu verbergen“ „völlig einverstanden“ zu sein (und 26 % „eher einverstanden“).
Eine solche Überzeugung bleibt möglicherweise nicht ohne Auswirkungen auf den in Frankreich beobachteten Impfwiderstand und auf die Probleme der öffentlichen Gesundheit, die er verursacht.
Fifty years after Apollo 11's spectacular achievement, 9% of French people think that the Americans never actually went to the moon and that NASA fabricated fake photos of the mission. According to them, the American government faked this space mission and its success, probably in order to impress its Soviet rival.
This moon hoax theory took shape in the first half of the 1970s in the United States, against the backdrop of the American population's growing mistrust of its government (Vietnam War, Watergate, etc.).
At the start of the 2000s, the development of the internet gave new life to the moon landing conspiracy. Internet users started analysing thousands of images of the event, in the hope of finding an anomaly to prove that it was faked. Others researched and compiled arguments contesting the technical feasibility of the mission, going so far as to distort scientific information to assert that it was impossible for humans to land on the moon.
The moon landing hoax, like any conspiracy theory, is based on a collection of different arguments, more or less outlandish, that may well contradict each other without that posing a problem. The sole objective of this “argumentative mille-feuille”, as sociologist Gerald Bronner named it, is to seed doubt in the “official” version of a given event.
All kinds of conspiracy theories have existed for a long time. However, these theories are finding unprecedented public resonance today. How can we explain that surprising numbers of educated and informed citizens believe in theories that state that, for example, our political leaders are conspiring with aliens to the detriment of the rest of humanity, or that they are lying to us about having gone to the moon?
Of course, not all conspiracy theories seem as far-fetched at first glance as these two examples. The fact remains that conspiracy theories are always based on an excessive simplification of the logic that rules our societies’ functioning and our history.
Promoters of conspiracy theories explain phenomena by studying them in black-and-white, monocausal ways - which gives rise to feeling as if you have discovered a disturbing yet unequivocal reality that has been hidden from us.
To give just one example, certain conspiracy theorists think that all of humanity's problems come from a single source - the Illuminati, who are the ones really pulling the strings behind the scenes of the international political and media spheres, acting in their own interest and causing harm to people. Similar theories cast the Freemasons, the Jews, or else humanoid reptilian aliens as the Machiavellian actors.
Isn't it completely irrational to fall into the trap of such caricaturally black-and-white, simplistic theories? In reality, believing conspiracy theories relies, at least in part, on reasons to believe in them. As previously mentioned, most conspiracy theories are based on significant arguments.
The assertions of conspiracy theorists obviously do not stand up to serious analysis. However, they enjoy a certain power of persuasion, notably because they exploit a wide range of human cognitive biases, such as wanting to believe that there is a reason behind every event, or seeing a causal link between two concurrent phenomena - hence the conspiracy theorists’ call to “wake up - it's not a coincidence!”.
Furthermore, researchers have underlined the fact that certain conspiracy theories work like real political discourse from “conspiracy entrepreneurs”, some of which are extremist politicians. By designating an enemy and legitimising any means of fighting them, these conspiracy theories serve as tools to mobilise agents who see themselves as “politically disadvantaged actors”.
Political conspiracy discourse is particularly susceptible to attracting individuals who feel socially cast out or threatened. In this discourse, they can find a structure to interpret the world that makes sense of their situation and provides a single cause of the injustices that they feel - rightly or wrongly - victims of.
A 2012 study illustrated this point - many young immigrants or children of immigrants from Morocco and Sub-Saharan Africa living in the disadvantaged areas of Brussels have a conspiracy-laden view of the world, according to which “the powerful” work in the shadows to stigmatise immigrants in Western countries, even organising attacks on their own territory to blame on them.
With this perception of the world, “[...] these youths make sense of the past (silences surrounding colonial history and stories of migration) as well as of their experiences of xenophobia and modern discrimination.”
Another way of approaching conspiracy theories is to see them as “stigmatised knowledge”. Conspiracy theories provide discourse on the world that aims to make it intelligible. However, this discourse is not recognised as conforming to reality by the "validating institutions", that is, the media, universities, and the scientific community. This means they are stigmatised, and even mocked. Rather than abandoning this discourse, believers assert that these validating institutions are, in reality, participating in the conspiracy.
Until recently, most conspiracy theories hardly managed to spread beyond certain margins of society. Without institutional validation, they did not have access to traditional media channels. However, according to Michael Barkun, things changed radically with the arrival of the internet in most people's homes.
The American political scientist gives two additional factors that have contributed to make conspiracy theories less and less stigmatised knowledge from the 90s on: the development of a general feeling of distrust towards the political, scientific and media elite, and the growing presence of conspiracy theory themes in popular culture.
Many other researchers also underline the importance of the modern lack of trust in the elite to explain the current success of conspiracy theories. Such chronic distrust causes a state of concern within the population, a part of which seeks to reassure itself by using various strategies to reduce the complexity of the world. One of these strategies is turning to conspiracy theories, which, as previously mentioned, by nature provide simple and unequivocal explanations to complex events.
As for the emergence of works in popular culture that draw on the codes of conspiracy theories (TV series, films, novels), this has contributed to the “erosion of what was previously a clear and solid line between marginal and dominant discourse” (Barkun).
This hypothesis is corroborated by a field study of French high school students, showing that the students “draw on references from contemporary works of fiction [...] to respond to the doubt created by things that seem “illogical”, “weird” or “untrue” in the news that they were confronted with after the [2015 and 2016] attacks”.
Although research is making advances on possible reasons behind the success of conspiracy theories, the same cannot be said for the profile of conspiracy theorists. In fact, surprisingly, the social characteristics of conspiracy theorists remain unclear - other than that they are often young people, as well as people who vote for extremists.
This probably comes from the fact that the various conspiracy theories are generally studied as if they formed a homogeneous set of beliefs that anyone with a conspiracy theory mentality may indiscriminately believe. However, this supposed homogeneity of conspiracy theories seems incorrect.
My colleagues and I will show in a forthcoming study that there are distinct groups of conspiracy theories that clearly do not interest the same people. So, it is hardly surprising that no-one has managed to uncover the typical sociological profile of conspiracy theorists, because a single profile does not exist, but rather several different ones, each one corresponding to a specific group of conspiracy theories.
It is important to better understand the reasons behind the success of conspiracy theories and determine which populations are more susceptible to succumb to them. Although certain conspiracy theories (like the moon landing hoax) may seem inoffensive, others can be a source of danger.
For example, 17% of French people surveyed in late 2018 by IFOP stated that they “agree strongly” (and 26% “agree somewhat”) with the statement that “the Minister of Health is in league with the pharmaceutical industry to hide the reality of the harm of vaccines from the general public”.
Such a belief is probably not free of consequences on the anti-vax movement observed in the country and the subsequent public health problems.
Link to the original article: The Conversation.
Cinquante ans après la spectaculaire réussite de la mission Apollo XI, 9 % des Français pensent que les Américains ne sont en réalité jamais allés sur la lune et que la NASA a fabriqué de fausses images de l’opération. Le gouvernement américain aurait donc fait croire à l’existence et au succès de cette mission spatiale, probablement dans le but d’impressionner son rival soviétique.
Cette théorie d’un « complot lunaire », ou moon hoax, prend forme aux États-Unis durant la première moitié des années 1970, en plein contexte de défiance grandissante de la population américaine à l’égard de son gouvernement (guerre du Vietnam, Watergate…).
Au début des années 2000, le développement d’Internet relance le moon hoax. Des internautes se mettent à analyser des milliers d’images de l’événement, dans l’espoir de détecter ce qui pourrait constituer une anomalie prouvant la supercherie. D’autres cherchent et compilent des arguments contestant la faisabilité technique de l’opération, allant jusqu’à distordre des connaissances scientifiques pour affirmer qu’il est impossible pour des humains d’atteindre la lune.
Le moon hoax, comme toute théorie du complot, repose ainsi sur une accumulation d’arguments hétérogènes plus ou moins baroques, qui peuvent d’ailleurs fort bien se contredire entre eux sans que cela ne pose problème. Un tel « mille-feuille argumentatif », comme le nomme le sociologue Gérald Bronner, a pour seul objectif d’instiller le doute quant à la version « officielle » d’un événement donné.
L’existence de récits conspirationnistes en tout genre ne constitue pas une nouveauté historique. Cependant, ces théories rencontrent aujourd’hui un écho public inédit. Comment expliquer que des citoyens éduqués et informés puissent adhérer dans des proportions surprenantes à des théories soutenant, par exemple, que nos dirigeants politiques complotent avec des extraterrestres au détriment du reste de l’humanité, ou qu’ils nous mentent sur le fait que nous soyons allés sur la lune ?
Bien entendu, toutes les théories du complot ne paraissent pas, de prime abord, aussi farfelues que ces deux exemples. Il n’en demeure pas moins que les récits conspirationnistes consistent toujours en une simplification à outrance des logiques régissant le fonctionnement de nos sociétés et l’enchaînement des faits historiques.
Les promoteurs des théories du complot expliquent en effet les phénomènes sur lesquels ils se penchent de manière manichéenne et monocausale – ce qui a pour effet de susciter un sentiment de dévoilement d’une réalité inquiétante mais univoque qui nous aurait été cachée.
Pour n’en donner qu’un exemple, selon certains complotistes, tous les malheurs qui touchent l’humanité proviendraient d’une seule et unique source : les Illuminati qui, tapis dans les coulisses des sphères politique et médiatique mondiales, seraient en réalité les authentiques détenteurs du pouvoir et nuiraient aux populations dans leur seul intérêt. Des récits semblables ont pour agents machiavéliques les francs-maçons, les Juifs, ou encore, des reptiles humanoïdes extraterrestres.
Ne faut-il pas être totalement irrationnel pour tomber dans le piège de théories aussi caricaturalement manichéennes et simplistes ? En réalité, l’adhésion aux théories du complot repose, pour partie au moins, sur des raisons d’y croire. En effet, je l’ai évoqué, la plupart des théories du complot comportent un important argumentaire.
Les démonstrations des conspirationnistes ne résistent évidemment pas à une analyse sérieuse. Par contre, elles jouissent d’un certain pouvoir de persuasion, notamment du fait qu’elles exploitent un large éventail de biais cognitifs humains, tel que celui qui nous incline à voir l’effet d’une intentionnalité derrière chaque événement, ou celui qui nous conduit à inférer la présence d’un lien de causalité entre deux phénomènes concomitants – c’est le fameux « Comme par hasard ! » des complotistes.
Par ailleurs, des chercheurs ont souligné le fait que certaines théories du complot fonctionnent comme d’authentiques discours politiques émanant d’« entrepreneurs en complots », dont des politiciens extrémistes. En désignant un ennemi et en légitimant tous les moyens de lutter contre lui, ces théories du complot servent d’outils de mobilisation à des agents qui se perçoivent comme des « acteurs faibles du jeu politique ».
Les discours politiques complotistes sont particulièrement susceptibles de séduire des individus qui se sentent précarisés ou menacés socialement. Ces derniers peuvent en effet y trouver une grille interprétative du monde qui confère un sens à leur situation et désigne une cause unique aux injustices dont ils pensent – à tort ou à raison – être victimes.
C’est ce qu’illustre une étude menée en 2012 au sein de quartiers précaires de Bruxelles : les jeunes immigrés ou descendants d’immigrés marocains et africains subsahariens qui y vivent adhèrent massivement à une lecture du monde nourrie de thèses complotistes selon lesquelles des « puissants » œuvreraient dans l’ombre à stigmatiser les immigrés présents dans les pays occidentaux, y compris en organisant des attentats sur leur propre territoire pour les leur attribuer.
Par cette vision complotiste du monde, « […] ces jeunes donnent du sens au passé (les silences qui entourent l’histoire coloniale et les histoires migratoires), tout autant qu’à leur ressenti de xénophobie et aux discriminations contemporaines. »
Une manière complémentaire d’aborder le conspirationnisme est de le conceptualiser en tant que « connaissance stigmatisé ». Les théories du complot proposent en effet des discours sur le monde visant à le rendre intelligible. Cependant, ces discours ne sont pas reconnus conformes à la réalité par les « institutions validantes » que constituent notamment les médias et les communautés scientifiques et universitaires. Cela leur vaut d’être stigmatisés, voire moqués. Plutôt que de les abandonner, leurs adhérents affirment que ces institutions validantes sont, en réalité, parties prenantes du complot.
Jusqu’à peu, la plupart des théories du complot ne parvenaient guère à essaimer en dehors de certaines marges de la société. En effet, l’absence de validation institutionnelle leur interdisait l’accès aux canaux médiatiques traditionnels. Selon Michael Barkun, cependant, les choses ont radicalement changé depuis l’arrivée d’Internet dans la majorité des foyers.
Le politologue américain retient deux facteurs supplémentaires qui auraient contribué à faire des théories du complot des connaissances de moins en moins stigmatisées à partir des années quatre-vingt-dix : le développement d’un sentiment généralisé de méfiance à l’égard des élites politiques, scientifiques et médiatiques, et la présence croissante du thème conspirationniste dans la culture populaire.
De nombreux autres chercheurs soulignent également l’importance du déficit contemporain de confiance envers les élites pour expliquer le succès actuel du complotisme. Une telle défiance chronique susciterait un état d’inquiétude au sein de la population, dont une partie chercherait à se rassurer en recourant à diverses stratégies de réduction de la complexité du monde. L’une de ces stratégies serait de se tourner vers les théories du complot, dont on a vu qu’elles ont pour caractéristique de fournir des explications simples et univoques aux événements en réalité complexes sur lesquels elles portent.
Quant à l’émergence d’une culture populaire mobilisant les codes du conspirationnisme (séries télé, films, romans), elle aurait contribué « à l’érosion de ce qui était auparavant une frontière claire et solide entre le discours marginal et le discours dominant » (Barkun).
Cette hypothèse est corroborée par une étude de terrain conduite auprès de lycéens français montrant que ces derniers « font appel à des références issues des œuvres contemporaines de fiction […] pour répondre au doute créé par ce qui leur semble “incohérent”, “bizarre” ou “pas vrai” dans les informations auxquelles ils ont été confrontés après les attentats de [2015 et 2016] ».
Si la recherche progresse sur la question des causes possibles du succès des thèses complotistes, il n’en va pas de même pour ce qui est du profil des adeptes de ces théories. De façon surprenante, en effet, les propriétés sociales des conspirationnistes demeurent floues – si ce n’est qu’il s’agirait plutôt de jeunes, ainsi que des personnes votant pour les extrêmes.
Cela provient probablement du fait que les diverses théories du complot sont généralement étudiées comme si elles composaient un ensemble homogène de croyances auxquelles un même individu à la mentalité complotiste pourrait indifféremment adhérer. Or, cette homogénéité supposée des théories du complot semble erronée.
Avec mes collègues, nous montrons en effet dans une étude à paraître qu’il existe des groupes distincts de théories du complot qui n’intéressent manifestement pas les mêmes personnes. Il n’est donc guère surprenant de ne pas parvenir à déceler le profil sociologique typique des tenants du conspirationnisme, puisqu’il n’existerait pas un seul, mais plusieurs profils différents, chacun correspondant à un groupe spécifique de théories du complot.
Mieux comprendre les raisons du succès des théories du complot et déterminer quelles sont les populations les plus susceptibles d’y succomber sont des objectifs importants. En effet, si certains récits conspirationnistes, comme le moon hoax, paraissent bien inoffensifs, d’autres peuvent représenter une forme de danger.
Par exemple, 17 % des Français sondés fin 2018 par l’Ifop se disaient « tout à fait d’accord » (et 26 % « plutôt d’accord ») avec l’affirmation selon laquelle « le ministère de la Santé est de mèche avec l’industrie pharmaceutique pour cacher au grand public la réalité sur la nocivité des vaccins ».
Une telle croyance n’est probablement pas sans conséquence sur la réticence vaccinale observée dans le pays et sur les problèmes de santé publique qu’elle engendre.
Lien vers l'article original sur The Conversation.
